Ein Pool macht nicht nur im Sommer Arbeit — er braucht das ganze Jahr über Aufmerksamkeit. Die gute Nachricht: Wenn Sie wissen, was wann dran ist, wird die Pflege zur Routine. Dieser Artikel gibt Ihnen den Überblick.
Phase 1: Frühjahrsstart (März – Mai)
Den Pool aus dem Winterschlaf wecken
Der wichtigste Moment im Pool-Jahr. Hier entscheidet sich, ob die Saison entspannt startet oder mit Problemen beginnt.
Abdeckung entfernen und reinigen. Winterabdeckung vorsichtig abnehmen, Regenwasser vorher abpumpen. Abdeckung reinigen, trocknen und einlagern.
Becken prüfen und reinigen. Boden und Wände mit Pool-Sauger oder Roboter reinigen. Wasserlinie mit speziellem Reiniger abwischen. Auf Beschädigungen prüfen (Risse, Verfärbungen).
Technik in Betrieb nehmen. Filteranlage anschließen, Pumpe starten. Alle Dichtungen und Schläuche kontrollieren. Wärmepumpe erst ab konstant 15 °C Außentemperatur einschalten.
Wasser aufbereiten. pH-Wert messen und einstellen (7,0–7,4). Stoßchlorung durchführen. Algenvernichter zugeben. Erst nach 24 Stunden Umwälzung Werte erneut prüfen.
Phase 2: Sommerbetrieb (Juni – August)
Baden, genießen — und regelmäßig prüfen
Die schönste Phase. Aber auch die, in der das Wasser am meisten beansprucht wird.
Wasserwerte 2× pro Woche messen. pH-Wert, Chlor (oder Alternativ-Desinfektion) und Alkalität. Bei Hitze über 30 °C: täglich prüfen. Hohe Temperaturen und viele Badegäste verbrauchen Chlor schneller.
Filter täglich laufen lassen. Mindestens 8 Stunden Umwälzung pro Tag. Filtermedium (Sand oder Glas) regelmäßig rückspülen — bei Sandfilter 1× pro Woche.
Skimmer und Böden reinigen. Skimmerkorb täglich leeren. Poolroboter oder Bodensauger 1–2× pro Woche einsetzen. Wasserstand kontrollieren — Verdunstung kann bei Hitze 2–3 cm pro Woche betragen.
Praxis-Tipp: Investieren Sie in einen automatischen Dosierer für Chlor oder Salz-Elektrolyse. Das spart im Sommer enorm viel Zeit und hält die Werte konstanter als manuelles Dosieren.
Phase 3: Abbauen (September – November)
Den Pool winterfest machen
Die Einwinterung ist der zweitwichtigste Moment im Pool-Jahr. Gut gemacht, sparen Sie sich im Frühjahr viel Arbeit.
Wasser absenken. Wasserstand bis unter die Einlaufdüsen senken (ca. 10 cm unter Skimmer). Nicht komplett ablassen — das Becken braucht den Gegendruck des Wassers gegen den Erddruck.
Leitungen entleeren. Alle Leitungen, Pumpen und Filter komplett entleeren. Stehendes Wasser kann bei Frost platzen. Einlaufdüsen und Skimmer mit Winterstopfen verschließen.
Winterchemie zugeben. Algenverhüter in erhöhter Dosis. pH-Wert auf 7,0–7,2 einstellen (leicht sauer verhindert Kalkablagerungen über den Winter).
Abdeckung aufbringen. Winterabdeckplane oder Sicherheitsabdeckung installieren. Schützt vor Laub, Schmutz und reduziert Algenwachstum.
Phase 4: Ruhe (Dezember – Februar)
Wenig zu tun — aber nicht gar nichts
Der Pool ruht. Trotzdem sollten Sie ab und zu nach dem Rechten sehen.
Regenwasser von der Abdeckung entfernen. Stehendes Wasser auf der Plane kann die Abdeckung beschädigen oder eindrücken. Nach starkem Regen oder Schneeschmelze abpumpen.
Eisbildung beobachten. Eisdruck-Polster (Styropor oder spezielle Eisdruckdämpfer) schützen die Beckenwände. Eis niemals aufhacken — das kann das Becken beschädigen.
Technik lagern. Pumpe und Filter frostfrei lagern. Elektronik (Steuerung, Dosieranlage) abdecken oder einlagern.
Fazit: Routine schlägt Aufwand
Pool-Pflege klingt nach viel — ist es aber nicht, wenn Sie es zur Routine machen. Im Sommer sind es 20–30 Minuten pro Woche. Frühjahrsstart und Einwinterung dauern jeweils einen halben Tag. Dazwischen: einfach genießen.
Was dieser Artikel bewusst nicht enthält: Detaillierte Checklisten für jede Phase, Dosierungstabellen für Poolchemie und einen Pflege-Kalender zum Ausdrucken. Das alles finden Sie im Pool-Lotse.